Denk- und Akti­ons­la­bor Stadt|Land

Mobi­li­täts­be­fra­gung

in Jüter­bog & Luckenwalde

Auf einen Blick

Lauf­zeit: 4 Wochen (27.05. – 17.06.2020)

Knapp 200 abge­ge­bene Fragebögen

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Kooperations-partner*innen

Die Mobi­li­täts­be­fra­gung in Jüter­bog und Lucken­walde 2020 wurde durch­ge­führt von der Pro­jekt­werk­statt “Denk- und Akti­ons­la­bor Stadt|Land” an der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin (Fach­ge­biet für Stadt- und Regio­nal­öko­no­mie am ISR).

Wir arbei­ten dafür zusam­men mit:

  • Wirt­schafts­för­de­rung Jüterbog
  • Wirt­schafts­för­de­rung Luckenwalde
  • Stadt­pla­nungs­amt Luckenwalde

Wei­tere Infos gibt es per Mail unter:
mobilitaetsstudie@dalstadtland.de

Mobi­li­täts­ver­hal­ten in Städ­ten der ›2. Reihe‹ 

Die Metro­pol­re­gion Ber­lin-Bran­den­burg reicht in ihrer Ent­wick­lungs­dy­na­mik weit die Ver­wal­tungs­gren­zen der Haupt­stadt hin­aus. Das populäre Bild Ber­lins als „akti­vem Impuls­ge­ber“ für das „pas­sive Umland“ Bran­den­burg ist obso­let, denn Ber­lin ist von den umlie­gen­den Gemein­den Bran­den­burgs ebenso abhängig wie das Umland von sei­nem Zen­trum. Als Ergeb­nis die­ser Zusam­men­ar­beit ist eine Metro­pol­re­gion von erheb­li­cher Größe ent­stan­den. Die beschleu­nigte Ent­wick­lung der letz­ten Jahr­zehnte bedeu­tete damit eine starke Ver­flech­tung, so dass sie heute nicht mehr getrennt gedacht wer­den können.
Lucken­walde und Jüter­bog lie­gen auf der glei­chen Eisen­bahn­achse, die vom Südwesten Ber­lins aus­ge­hend die Haupt­stadt mit ande­ren wich­ti­gen deut­schen Städten wie Leip­zig und München ver­bin­det.
Die bei­den Mit­tel­zen­tren haben den raum­stra­te­gi­schen Vor­teil, dass sie in die drei oben genann­ten Kate­go­rien fal­len, da sie einen der Punkte des Sied­lungs­sterns bil­den, beide als Städte der 2. Reihe gekenn­zeich­net sind und Städte des Städtekranzes sind.

Wenn man sich von Ber­lin ent­fernt, trifft man nach dem soge­nann­ten Speckgürtel wich­tige Bal­lungs­ge­biete auf den alten Schie­nen­ver­kehrs­ach­sen, die immer noch genutzt wer­den und nach Ber­lin aus Unter­schied­li­chen Rich­tun­gen führen. Diese Zen­tren gehören zu den weni­gen Orten im Land Bran­den­burg, an denen die Bevölkerung nicht dras­tisch abnimmt, sie wer­den als Städte der zwei­ten Reihe bezeichnet.

Sant­iago

Lucken­walde

Flä­che 46,73 km²
Ein­woh­nende 20.582
Bevöl­ke­rungs­dichte 442,4 EW/km²
Durch­schnitts­al­ter 47,3

Jüter­bog

Flä­che 176,14 km²
Ein­woh­nende 12.372
Bevöl­ke­rungs­dichte 70 EW/km²
Durch­schnitts­al­ter 48,1

Amts­ge­mein­den

Flä­che (gesamt)
1218,83 km²
Ein­woh­nende (gesamt)
26.031
Bevöl­ke­rungs­dichte (gesamt)
21,4 EW/km²

Jüter­bog hat als mit­tel­al­ter­lich geprägte Klein­stadt andere Vor­aus­set­zun­gen und Her­aus­for­de­run­gen als das durch die Indus­tria­li­sie­rung wirt­schaft­lich gewach­sene Luckenwalde. 

Leon

Zur Stu­die

Um einen Über­blick zur aktu­el­len Lage der Mobi­li­tät der Region zu erhal­ten, hat das DAL in Koope­ra­tio­nen mit den ört­li­chen Wirt­schafts­för­de­run­gen eine Mobi­li­täts­um­frage gestar­tet. Die zen­tra­len For­schungs­fra­gen mit denen sich das DAL beschäf­tigt hat lauten:

  • Wel­che Struk­tu­ren der Mobi­li­tät herr­schen aktuell?
  • Was sind Stär­ken und Schwä­chen der momen­ta­nen Mobilitätsstrukturen?
  • Wie hat sich die Mobi­li­tät wäh­rend der COVID-19-Pan­de­mie verändert?

Neben dem bes­se­ren Ver­ständ­nis der aktu­el­len Situa­tion, hat sich DAL eben­falls zum Ziel gesetzt, mit der Befra­gung einen Denk­an­stoß zu set­zen, für die zukünf­tige Ver­bes­se­rung der Mobi­li­tät in den jewei­li­gen Regionen.

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Mobi­li­tät und Demografie

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Alter

In der Rubrik der Fußgänger*innen ist die Alters­gruppe der 18- bis 25-Jährigen die ein­zige Alters­gruppe, in der sich mehr Befragte als Fußgänger*in beken­nen als nicht. Ins­ge­samt 90 % der Befrag­ten zwi­schen 18 bis 25 Jah­ren iden­ti­fi­zie­ren sich gene­rell als Radfahrer*in. Im Gegen­satz dazu bezeich­nen sich 35 % der Befrag­ten zwi­schen 46 und 55 Jah­ren überhaupt nicht als Radfahrer*in. 64 % der 18- bis 25-Jährigen und 69 % der 46- bis 55-Jährigen bezeich­nen sich ent­we­der voll und ganz oder eher als ÖPNV- Nutzer*in.

Geschlecht

Ins­ge­samt ist das Auto die belieb­teste Art sich fort­zu­be­we­gen, gefolgt von der Nut­zung des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs und dem Fahr­rad, am wenigs­ten gehen die Befrag­ten zu Fuß.

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Wohn­ort

Die Aus­wer­tung der Ver­kehrs­mit­tel­nut­zung in Abhän­gig­keit vom Wohn­ort zeigt, dass die Nut­zung des Autos in allen Gemein­den eine domi­nante Rolle ein­nimmt. Jedoch sind es die Befrag­ten aus dem Umland, die sich haupt­säch­lich mit dem PKW fort­be­we­gen und wenig bis keine ande­ren Ver­kehrs­mit­tel nutzen.

Cindy & Maria

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Tätig­keit

Bei den Erwerbs­tä­ti­gen ist das Auto das wich­tigste Fort­be­we­gungs­mit­tel. Bei Rent­nern ist eben­falls das Auto beliebt, sie fah­ren jedoch auch gern mit dem Fahr­rad. Aus­zu­bil­dende und Schüler*innen sowie Stu­die­rende gehen häu­fig zu Fuß oder nut­zen das Auto. Der öffent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr ist sowohl für Voll­zeit Erwerbs­fä­hige sowie auch für Schüler*innen und Stu­die­rende attraktiv.

Ein­kom­men

Aus der Umgfrage wurde deut­lich, dass das Zuge­hö­rig­keits­ge­fühl für ein bestimm­tes Ver­kehrs­mit­tel auch vom monat­li­chen Net­to­ein­kom­men der befrag­ten Per­so­nen abhän­gig ist. So sehen sich Per­so­nen mit einem Ein­kom­men von von unter 1500 € eher als Nutzer*in des öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs oder als Radfahrer*in als Per­so­nen mit einem höhe­ren Ein­kom­men. Diese sehen sich selbst über­wie­gend als Autofahrer*in.

Besitz min­des­tens eines Autos, Fahr­rads oder einer ÖPNV-Monatskarte

Mobi­li­täts­op­tio­nen

MIV

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Obwohl der MiV immer noch die am Meis­ten genutzte Mobi­li­täts­op­tion ist, so ist unter den befrag­ten Per­so­nen auch eine deut­lich über­durch­schnitt­li­che Akzep­tanz und Nut­zung des ÖPNV zu erkennen.

Tho­mas

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Die Unter­su­chung hat erge­ben, dass 85 % der Befrag­ten die Erreich­bar­keit mit dem PKW als wich­tig oder zumin­dest eher wich­tig ein­stu­fen. Bemer­kens­wert daran ist, dass die Rele­vanz der ÖPNV-Anbindung mit 88 % höher bewer­tet wurde, obwohl der MIV von den Teilnehmer*innen bei wei­tem häufiger genutzt wird. Das lässt dar­auf schlie­ßen, dass der Wille zu mehr Umwelt­ver­bund unter den Befrag­ten gege­ben ist. Trotz des­sen ist die PKW-Aus­stat­tung der Befrag­ten überdurchschnittlich hoch. Die Omnipräsenz des Auto­mo­bils spie­gelt sich auch in der persönlichen Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Ver­kehrs­mit­tel wider.

ÖPNV

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Fahr­rad­ver­kehr

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Inter­es­sante Ergeb­nisse lie­ferte die Umfrage dazu, wie wich­tig den Anwohner*innen eine gut aus­ge­baute Infra­struk­tur für den Rad­ver­kehr ist. Dabei gaben ganze 63 % an, dass ihnen ein guter Anschluss an Rad­wege „sehr wich­tig“ ist und wei­tere 27 % mein­ten, dass dies ihnen „eher wich­tig“ ist. Dies zeigt, dass die Nach­frage nach einem gut aus­ge­bau­ten und viel­sei­ti­gen Rad­we­ge­netz sehr hoch ist.

Fuß­ver­kehr

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Da beide Gemein­den in ihren inte­grier­ten Stadt­ent­wick­lungs­kon­zep­ten die Bar­rie­re­frei­heit the­ma­ti­sie­ren und diese wohl ein noch nicht voll­kom­men beho­be­nes Pro­blem zu sein scheint, wurde das Alter der Befrag­ten mit deren Zufrie­den­heit der Fußgängerinfrastruktur ver­gli­chen. Die Annahme, dass bei man­geln­der Bar­rie­re­frei­heit ins­be­son­dere die älteren Teile der Bevölkerung mit den Zuständen der Fuß­wege unzu­frie­den sei, lässt sich jedoch anhand die­ser Befra­gung nicht bele­gen. Die älteren Teil­neh­men­den sind in kei­ner Weise auffällig unzufrieden.

Modal Split und Multimodalität

Mobi­li­täts­op­tio­nen im Haushalt

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Mit Blick auf die Mobilitätsoptionen wird deut­lich, dass diese sowohl in Jüterbog als auch in Lucken­walde durch­schnitt­lich oder sogar überdurchschnittlich sind, nicht nur für Bran­den­burg, son­dern auch im deutsch­land­wei­ten Mittel.

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Ver­kehrs­mit­tel­an­teil (Modal Split)

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Sowohl in Lucken­walde als auch in Jüterbog werde pro­zen­tual weni­ger Wege mit dem MIV zurückgelegt, da die Nut­zung von Fahr­rad und ÖPNV antei­lig deut­lich höher liegt. Es wird also im Ver­gleich mit dem Rest von Deutsch­land mehr mit dem Rad und den öffentlichen Ver­kehrs­mit­teln gefah­ren. Gelau­fen wird dage­gen durch­schnitt­lich viel. Die Umfrageteilnehmer*innen ent­schei­den sich also, bewusst oder unbe­wusst, für ein kli­ma­freund­li­che­res bzw. schadstoffärmeres Ver­kehrs­ver­hal­ten, zumin­dest vordergründig, da im Rah­men der Unter­su­chung keine Aus­sage bzw. Abfrage der jewei­li­gen Kilo­me­ter­leis­tung der Ver­kehrs­mit­tel ermit­telt wurde. Den­noch sind die Zah­len­un­ter­schiede, auch mit Blick auf die ermit­telte Ver­kehrs­mit­tel­nut­zung, signifikant.

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Digi­tale Dienste

Digi­tale Endgeräte wer­den beson­ders häufig für die Navigations‑, Stre­cken- oder Zeit­pla­nung mit dem Auto und ÖPNV genutzt. Hier liegt der Nutzer*innenanteil teil­weise bei 80 % und höher. Auch zu Fuß wer­den die Geräte ein­ge­setzt, wenn auch weni­ger mit 40 % in Jüterbog und 51 % in Lucken­walde. Im Rad­ver­kehr kom­men die Geräte sel­te­ner zum Ein­satz, der Anteil liegt hier bei 18 % bzw. 30 %. Nur sel­ten ein­ge­setzt wer­den sie für Taxen oder moto­ri­sierte Zweiräder.
Im Bereich Buchung und Bezah­lung spie­len Smart­phone und Co. abge­se­hen von ÖPNV und Fern­ver­kehr eine gerin­gere Rolle. Während der Nutzer*innenan- teil für letzt­ge­nannte in Jüterbog noch bei 64 % und in Lucken­walde bei 58 % liegt, so sind die Werte im Zusam­men­hang mit PKWs, sei es pri­vat oder sharing, mit 30 % bzw. 35 % deut­lich gerin­ger. Auffällig ist die Angabe der Nut­zung im Fuß­ver­kehr von ca. 20 %, wobei nicht klar ist, wel­che digi­ta­len Dienste genau genutzt werden.

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Wege­zwe­cke

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Wege­auf­kom­men

Das Wege­auf­kom­men schlüsselt sich grob zusam­men­ge­fasst auf in etwas über einem Drit­tel Aus­bil­dungs- und berufs­be­dingte Wege (35 %), etwas weni­ger als ein Drit­tel Ein­kaufs- und pri­vate Erle­di­gungs­wege (28 %) und ein Vier­tel Frei­zeit­wege (24 %). 13 % der Wege ent­fal­len auf die Beglei­tung ande­rer Personen.

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Ver­kehrs­mit­tel­wahl

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Ungefähr die Hälfte aller Befrag­ten in Jüterbog und Lucken­walde errei­chen Einkaufsmöglichkeiten (57 % bzw. 63 %) und All­tags­orte für pri­vate Erle­di­gun­gen wie Apo­theke, Haus­arzt oder Behörden (49 % bzw. 51 %) bequem zu Fuß. Außer­orts liegt die fußläufige Erreich­bar­keit von Einkaufsmöglichkeiten nur bei 20 % und von Orten für pri­vate Erle­di­gun­gen sogar nur bei 5 %.

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Wich­tigs­tes Kri­te­rium bei der Ver­kehrs­mit­tel­wahl ist die kurze Fahr­zeit. Zwei Drit­tel der Befrag­ten gaben an, dies als beson­ders wich­tig zu finden.

Linda

Pen­del­ver­hal­ten

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Die größte Gruppe der Pendler*innen im Land­kreis Tel­tow-Flä­ming sind die Fernpendler*innen mit 71 %, diese fah­ren pro Fahr­weg über 20 km. Nahpendler*innen unter 20 km sind mit 28 % ver­tre­ten und nur 1 % sind Wochenendpendler*innen.

Cian

Home­of­fice

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Arbeits­weg

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Sharing Ser­vices

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Nut­zung

Dar­aus ergab sich, dass die­je­ni­gen Befrag­ten, die Sharing-Ser­vices zuvor genutzt haben, zwi­schen 18 bis 55 Jah­ren alt waren und inner­halb die­ser Alters­gruppe keine wei­te­ren bemer­kens­wer­ten Ausprägungen auf­wie­sen. Bezüglich des Bil­dungs­gra­des konn­ten auch keine bedeu­ten­den Kor­re­la­tio­nen erkannt wer­den und sie sind eben­falls rela­tiv gleichmäßig verteilt.

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Bedarf

Der Umfrage zufolge würden knapp ein Fünftel aller Befrag­ten einen der Sharing-Ser­vices nut­zen (Fahr­rad, E‑Bike, Auto, Moped, kom­mer­zi­elle Mit­fahr­ge­le­gen­heit), wenn diese zu einem ange­mes­se­nen Preis vor­han­den wären.

Wege in Lucken­walde und Jüter­bog sind bereits kurz, jedoch nicht unbe­dingt mit wenig Zeit­auf­wand ver­bun­den. Für die Bewohner*innen des städtischen Raums Jüterbog und Lucken­walde könnten daher soge­nannte Last-Mile Lösungen rele­van­ter als Auto-Sharing-Ange­bote sein, da die benötigten Stre­cken erwartungsgemäß im ein­stel­li­gen Kilo­me­ter­be­reich lie­gen sollten.

Moritz

Coro­nabe­dingte Ände­run­gen im Mobilitätsverhalten

Ände­run­gen im Modal Split

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All­ge­mein ist eine Ver­schie­bung weg vom öffentlichen Per­so­nen­nah­ver­kehr, hin zum pri­va­ten Auto zu beob­ach­ten. Das Auto, wel­ches laut der Befra­gung bereits vor der Pan­de­mie das Haupt­ver­kehrs­mit­tel in Jüterbog und Lucken­walde dar­stellte, kann seine Spit­zen­po­si­tion somit wei­ter aus­bauen. Während auch im Fuß- und Rad­ver­kehr leichte Zuwächse zu ver­zeich­nen sind, ver­liert der ÖPNV in bei­den Städten stark an Bedeu­tung. Sharing-Dienste sowie das Taxi spie­len in bei­den Städten wei­ter­hin keine Rolle.

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Der klare “Gewin­ner der Krise” ist das Auto, der ein­deu­tige “Ver­lie­rer der Krise” der ÖPNV.
Durch einen sta­gnie­ren­den oder sogar gestei­ger­ten Anteil des Fuß- und Rad­ver­kehrs wer­den zumin­dest in Lucken­walde wei­ter­hin über 50 % der Wege im Umwelt­ver­bund, also zu Fuß, mit dem Rad oder im ÖPNV, zurück­ge­legt. In Jüter­bog wurde die­ser Anteil auf unter 50 % zurückgedrängt.

Phil­lip

Ände­rung von Wegen

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Bei der Aus­wer­tung der Ergeb­nisse wird deut­lich, dass beson­ders Wege zu Frei­zeit­zwe­cken einen star­ken Rückgang auf­wei­sen. Ein dif­fe­ren­zier­te­res Ergeb­nis in die­ser Stu­die lie­ferte die Frage nach der Zunahme von Wegen durch Einkäufe und Besor­gun­gen. So gaben in Jüterbog nur 16 % der Befrag­ten an, dass die täglichen Wege für Einkäufe während der Pan­de­mie zuge­nom­men haben. In Lucken­walde gaben dies 25 % der Befrag­ten an, also 9 Pro­zent­punkte mehr. In den ländlich geprägten Umland­ge­mein­den gaben dies sogar 33 % der Befrag­ten an, also 17 Pro­zent­punkte mehr als in Jüterbog und 8 Pro­zent­punkte mehr als in Luckenwalde.

Nach­hal­tig­keit die­ser Ände­rung

Die Jüterboger*innen und die Anwohner*innen des Umlands schauen deut­lich pes­si­mis­ti­scher in die Zukunft als die Luckenwalder*innen, was die Bei­be­hal­tung ihres veränderten Mobilitätsverhaltens betrifft. Doch diese pes­si­mis­ti­sche Sicht­weise muss lang­fris­tig gese­hen nicht zwangsläufig nega­tiv sein. So wäre es bei­spiels­weise für den Umwelt­ver­bund durch­aus begrüßenswert, wenn die Jüterboger*innen ihre durch die Pan­de­mie stark gestei­gerte PKW-Nut­zung lang­fris­tig nicht beibehalten.

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Zusam­men­fas­sung

Aus die­ser Mobi­li­täts­stu­die sind neben den inhalt­li­chen Ergeb­nis­sen auch Erfah­run­gen im Umgang mit beson­de­ren Situa­tio­nen her­vor­ge­gan­gen. Die COVID-19-Pan­de­mie stellte das DAL vor die Her­aus­for­de­run­gen die Erar­bei­tung und Koor­di­nie­rung einer Umfrage in einem neuen For­mat durch­zu­füh­ren. Lebte in den ers­ten bei­den Semes­tern der Labor­cha­rak­ter davon sich als Arbeits­gruppe zu tref­fen und den Ort gemein­sam zu erkun­den, zwang die Son­der­si­tua­tion die Teil­neh­men­den auf Distanz zu blei­ben. Um eine Mobi­li­täts­stu­die tief­grün­dig vor­be­rei­ten zu kön­nen, braucht es aller­dings fun­dierte Orts­kennt­nis. Da aber in jedem Semes­ter andere Stu­die­rende zusam­men­fin­den, war dies nicht nicht gege­ben und konnte auch nicht nach­ge­holt werden.

Zur Mobilitätsinfrastruktur der unter­such­ten Gebiete lässt sich auf Grund­lage der Fra­ge­bog­en­er­geb­nisse all­ge­mein fest­hal­ten, dass sich hin­sicht­lich der Nutzungsintensität öffentlicher Ver­kehrs­mit­tel sowie dem Fahr­rad und zu Fuß posi­tive Ent­wick­lun­gen in den letz­ten Jah­ren abzeich­nen. Die­sem Trend steht die aktu­elle Covid-19-Pan­de­mie aller­dings hin­der­lich ent­ge­gen. Auf­grund der Abstands­re­ge­lun­gen sowie den all­ge­mei­nen Einschränkungen im öffentlichen Raum ver­zeich­nete die Aus­las­tung des ÖPNV zuletzt einen star­ken Rückgang und der PKW wird in die­sen Zei­ten wie­der ver­mehrt genutzt.

Die Mobilitätsumfrage Lucken­walde und Jüterbog 2020 ist gemes­sen an den Umständen ein inter­es­san­tes Pro­jekt gewe­sen, das gezeigt hat, wel­che Ergeb­nisse in kur­zer Zeit erzielt wer­den können.

Arjan & Leo